Marcel Hörler

Portrait

«Es gibt nichts menschlicheres als die Kunst. Wäre Kunst nichtmenschlich, wäre sie nicht Kunst. Aber nicht alles ist Kunst, nicht wahr? Darum ist die Frage nach der Qualität und der Vermittlung von Kunst besonders spannend, weil dadurch der Fokus auf der Beschaffenheit liegt und so eine gehaltvolle Auseinandersetzung mit einem Thema ermöglicht wird.»

Marcel Hörler ist freier Kurator. Seine kuratorische Praxis zeichnet sich durch eine kollaborative Arbeitsweise aus und lebt von unbequemen bis hin zu teils sperrigen Gegebenheiten. Antrieb ist sein Reiz am (Un-) Menschlichen sowie sein Interesse an kulturellen Praktiken. Marcel Hörler hält einen Bachelor in Soziale Arbeit mit Vertiefung in Soziokultur der Hochschule Luzern und studiert im Master Art Education Curatorial Studies an der Zürcher Hochschule der Künste.


Portfolio

Plateaux Festival

Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr nur eine Frage ökologischer Umstände wie Klimawandel, geografischer Besonderheiten oder Agrartechnologien, sondern eine Frage von Produktion und Konsum. Das Plateaux Festival hat zwischen dem 20. April und 7. September 2019 Künstler*innen eingeladen, um im Rahmen des Landwirtschaftsbetrieb Froh Ussicht unter dem Titel «Werte schaffen» Fragen und Lösungen der Nachhaltigkeit zu behandeln. Ausserdem wurden Gäste* eingeladen, die mit einer Carte Blanche die Thematik des Festivals aufgriffen und Unerwartetes über kuratierte Performances, Filmabende, Installationen und Aktionen in das Festival einfliessen liessen. Das Festival wurde, nach Einladung durch Martin Blum, in Kollaboration mit Mateo Chacon-Pino, Lydia Perrot und Lisa Li konzipiert. Das Kunstvermittlungsangebot wurde von Seline Fülscher gestaltet. Mit künstlerischen Beiträgen von Artist Organizations International, Aurélie Strumans, Bergkrautsyndikat*, Carina Erdmann & Anna Kindermann, Johanna Bruckner, Johanna Kotlaris, Kunsthaus Aussersihl*, Kunst Du*, Martina Mächler, Matthew C. Wilson, Nino Baumgartner, San Keller, Simon Würsten Marin, Thomas Geiger, Violeta Burckhard Razeto*, Wagner & Friends mit Carlos Fernández* und Yael Wicki.

Economies
Johanna Kotlaris, Economies, 2019
© Samirah Hohl
Song Book
Song Book, San Keller, 2019
© Alicia Olmos Ochoa
Druckfrische Wassermelonen
Aurélie Strumans, Green verticality to a red fiction, 2019
© Alicia Olmos Ochoa
Shortcut
Nino Baumgartner, Shortcut, 2019
© Alicia Olmos Ochoa
Do Some Agrofit
Carlos Fernández, Do Some Agrofit, 2019
© Juliette Chretien
Kunsthalle3000
Thomas Geiger, I Want To Become a Millionaire Talks, 2019 © Sandino Scheidegger
Kunsthaus Aussersihl, Aktion 016: im Gjätt, 2019
© Marcel Hörler
Johanna Bruckner
Johanna Bruckner, Körper ohne Währung, 2019
© Samirah Hohl
Simon Würsten Marín, Wenn Kunst Landschaft gestaltet, 2019
© Samirah Hohl

Dogo Residenz für Neue Kunst

Die Dogo Residenz für Neue Kunst ist eine einzigartige Kombination der vier Bausteine ortsspezifische Kunstproduktion (Auseinandersetzung mit den lokalen Gegebenheiten), Kunstpositionen (Veranstaltungen die Einblicke in die künstlerische Praxis ermöglichen), Kunstvermittlung (die Brücke von der Kunstwelt in die Alltagsrealitäten von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen) und Kunstwissen (öfffentliches digitales Archiv). Die Wohnung im Rathaus für Kultur bietet Platz für bis zu fünf jungen Künstler*innen aus aller Welt. Während zwei bis vier Monaten wohnen und arbeiten sie vor Ort. Der Ausstellungsraum ermöglicht den Künstler*innen ihre produzierten Werke einer Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das Ausstellen ihrer Werke zu erproben, damit diese in einem weiteren Schritt weiterentwickelt werden können. Das Gemeinschaftsatelier in der Turnhalle ermöglicht auch die Produktion von grossräumigen Werken. Dogo sieht es als Auftrag, die Künstler*innen zu fördern, die sich mit ihren künstlerischen Prozessen und Arbeiten auseinandersetzen wollen. Lichtensteig hat städtischen, wie auch ländlichen Charakter. So sind eine belebte Strasse und ein soziales Leben im nächsten Umfeld des Rathauses zu finden. Nach einem kurzen Spaziergang sind Industriebauten anzutreffen, bevor die hügelige Landschaft beginnt. Die überschaubare Grösse der Gemeinde begünstigt die Kunstproduktion in vielerlei Hinsicht, unter anderem dient sie den Künstler*innen als Projektionsfläche und ist Gegenstand für Gedanken und Tätigkeiten. Der Austausch mit der Bevölkerung ist darum genauso wichtig, wie die persönliche Entwicklung. Nur so können Arbeiten entstehen die sich über den Ort, das Medium und die Zeit hinwegsetzen und Fragestellungen beinhalten, die in der Gegenwart verankert sind. Die Dogo Residenz eröffnete am 1. März 2019 und wurde mit Hanes Sturzenegger, Julia Wäckerlin, Maura Kressig und Sirkka Ammann initiiert.

2019_Dogo Residenz für Neue Kunst_1
© Hanes Sturzenegger
2019_Dogo Residenz für Neue Kunst_2
© Hanes Sturzenegger
Sonja Hornung
Sonja Hornung, Sperre II, 2019
© Hanes Sturzenegger
Offenes Atelier
Open Studio
© Hanes Sturzenegger
Patrick Ostrowsky
Patrick Ostrowsky, BURNING!, 2019 © Hanes Sturzenegger

Weiter

Während die Touristin mit der Gondelbahn zum Gipfel fährt und ein Flüchtling seine Heimat verlässt, arbeitet der digitale Nomade irgendwo auf seinem Boot. Noch nie hat sich die Mobilität auf so mannigfaltige Art und Weise manifestiert wie heute. Die räumliche, soziale und virtuelle Mobilität ist längst zum Grundprinzip einer globalen und vernetzten Welt geworden. Wer mobil ist, ist empfänglich – offen für Neues, vielleicht Besseres. Ebenso fordert die Mobilität von den Menschen eine geistige und körperliche Beweglichkeit. Sie bricht auf der einen Seite soziale Strukturen auf und verstärkt auf der anderen Seite die Wahrnehmung bestehender, ungleicher Voraussetzungen. Der weitgefasste Begriff Mobilität stand im Blickpunkt von «Weiter». Im Rahmen von «Weiter» entwickelten Christian Eberhard, Collectif Chuglu, Damiano Curschellas, Gisa Frank, Lino Bally, Flurina Brügger, Iris Brodbeck, Marc Jenny, Matthias Rüegg und Robin Michel Werke en route. Dabei präsentieren sie vom 9. bis 23. September 2017 an drei unterschiedlichen Verkehrsknotenpunkten im unteren, im mittleren und im oberen Toggenburg ihre Werke. Die Ausstellung entstand als Koproduktion zwischen den Kunsthalle[n] Toggenburg und Arthur Junior.

2017_Weiter_1
Gisa Frank, Iifahre – Usfahre, 2017
© Hanes Sturzenegger
2017_Weiter_2
Robin Michel, Ferrari, 2017
© Hanes Sturzenegger
2018_Weiter_3
Flurina Brügger, Iris Brodbeck, Gesprächsteppich, 2017
© Hanes Sturzenegger
2017_Weiter_4
Collectif Chuglu, Immense comme un detail, 2017
© Hanes Sturzenegger
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Matthias Rüegg, Please Wait Over There, 2017
© Hanes Sturzenegger
Water Walling, Collectif Chuglu, 2017
© Hanes Sturzenegger
Marc Jenny
Marc Jenny, 2017
© Hanes Sturzenegger
Gisa Frank, Iifahre – Usfahre, 2017
© Hanes Sturzenegger
Matthias Rüegg, Ignore, 2017
© Matthias Rüegg
Matthias Rüegg, You're Completely Wrong, 2017
© Matthias Rüegg
Christian Eberhard, 2017
© Hanes Sturzenegger

Imagine Rhythm

Imagine Rhythm nutzte die Ausdruckskraft von Tanz und Film, um interkulturelle und sprachliche Hindernisse zu überwinden. Eine Gruppe von 34 gehörlosen und hörenden Jugendlichen aus Armenien, der Schweiz und Deutschland produzierte während zehn Tagen, zusammen mit der Choreografin Melanie Alexander und dem Tanz Coach Hayk Hobosyan, eine Tanzperformance und zeigte sie im August 2017 im öffentlichen Raum der Stadt Zürich. Durch einen integrativen Ansatz konnten die Teilnehmer*innen ihre eigenen Bewegungsabläufe nutzen, ihre Fähigkeiten einsetzen und in eine zeitgenössische Tanzperformance integrieren. Die gesamte Aktivität wurde von einer Gruppe filminteressierter Teilnehmer*innen in Zusammenarbeit mit dem Dokumentarfilmer und Produzenten Seg Kirakossian vor Ort gedreht, um den Lernprozess zu dokumentieren. Das Projekt wurde auch entwickelt, um den Teilnehmer*innen Wissen darüber zu vermitteln, wie sie soziale Initiativen umsetzen können. Neben dem Tanzworkshop fand eine Gruppendiskussion statt, bei der die Probleme und Bedürfnisse gehörloser Menschen im Mittelpunkt standen, um das Bewusstsein für die Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern. Das Projekt war eine Zusammenarbeit zwischen Subkult und Doctor Cinema NGO und bekam von Movetia die Bewertung Best Practice.

imaginerhythm1
© Stefan Tschumi
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© Seg Kirakossian
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© Stefan Tschumi
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© Stefan Tschumi
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© Stefan Tschumi
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© Stefan Tschumi

Shopping

Catherine Xu, Samuel Koch, Nina Emge, Lucie Biloshytskyy, James Stephen Wright, Domingo Chaves, Edmée Laurin, Fridolin Schoch und Martina Mächler erhielten am 9. Juli 2016 sechs orange Kuverts. Sechstausend Schweizer Franken, ausgehändigt in Tausendernoten – die wertvollste Banknote der Welt. Die Künstler*innen hatten die Aufgabe das ganze Geld an der Oberen Bahnhofstrasse, der Einkaufsmeile von Wil auszugeben. Aus den eingekauften Waren entstanden die Werke, die vom 30. Juli bis 13. August 2016 der Öffentlichkeit präsentiert wurden. «Shopping» behandelte ein Thema, das die Gesellschaft und die Kunstwelt seit je her bewegt. Wir wollen es, wir lieben es und wir tun es. Und das von jung bis alt. Ob bewusst, ökologisch oder verschwenderisch. Wir kaufen ein, wir wählen aus und Einkaufen soll Spass machen, oder etwa nicht?! Darum behandelte die Cross-Media-Kunstaktion das Konsumieren als Akt des Lebens und stellte Fragen. Fragen über die Ware Kunst, Fragen zur künstlerischen Arbeit, Fragen über Investment. Die künstlerischen Prozesse wurden dokumentiert und waren Teil der Ausstellung, die von Arthur Junior und der Stadt Wil initiiert wurde. Als Kooperationspartner beteiligte sich das Grafikstudio Badesaison.

2016_Shopping_1
Fridolin Schoch, Edmée Laurin, Fridolin Schoch, Limited Time Offer, 2016
© Hanes Sturzenegger
2016_Shopping_2
Graphic Design, Badesaison, 2019
© Hanes Sturzenegger
2016_Shopping_3
Lucie Biloshitskyy, papier. wert. papier, 2017
© Lea Huser
2016_Shopping_4
James Stephen Wright, Argent, 2017
© Lea Huser
2016_Shopping_5
Limited Time Offer, Domingo Chaves, Edmée Laurin, Fridolin Schoch, 2017
© Hanes Sturzenegger
Catherine Xu
Catherine Xu, 2017
© Hanes Sturzenegger
Martina Mächler
Martina Mächler, 100%@work / do what you love, 2016
© Hanes Sturzenegger
Domingo Chaves, Edmée Laurin, Fridolin Schoch, Limited Time Offer, 2017
© Hanes Sturzenegger

Medien


Referenzen

Finanzielle Unterstützung 
Arnold Billwiler Stiftung, C. und A. Kupper Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Ernst & Olga Gubler Hablützel Stiftung, Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil, Gemeinde Richterswil, Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann, Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons St. Gallen (GGK), Kanton St. Gallen Kulturförderung, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Kulturförderung Kanton Graubünden, Kulturministerium der Republik Armenien, Kultur Toggenburg, Movetia Austausch und Mobilität, Ria & Arthur Dietschweiler Stiftung, Stadt Wil, Stiftung für Ostschweizer Kunstschaffen, Stiftung Temperatio, Swisslos, Temperatio Stiftung


Kontakt

Impressum:
Marcel Hörler
Schiffbaustrasse 9c
CH-8005 Zürich

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Gestaltung & Programmierung:
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