Marcel Hörler

Portrait

Marcel Hörler, 1988 geboren in Herisau und aufgewachsen in Stein (als Sohn einer Floristin/ Hausfrau und eines Lastwagenfahrers) ist freier Kurator, Kulturvermittler. Er lebt und arbeitet in Zürich und Lichtensteig, studierte Soziale Arbeit mit Vertiefung in Soziokultur an der Hochschule Luzern und der Hochschule Den Haag im Bachelor (2017), arbeitete für mehrere Jahre in verschiedenen sozialen Arbeitsfeldern und wird den Master in Art Education Curatorial Studies der Zürcher Hochschule der Künste abschliessen (2021). Seine kuratorische Praxis zeichnet sich durch kollaborative, diskursive und transdisziplinäre Ansätze aus. Antrieb ist die Neugier an kulturellen Praktiken und das Interesse an der Schaffung von geteilten Räumen. Marcel Hörler ist Co-Leiter der Dogo Residenz für Neue Kunst, der Agentur für permanente Verhandlung, des Blickfelder Festival und ist Mitherausgeber des Hox Magazin.


Portfolio

HOX

«Hox» versucht die vielfältigen Beziehungen zwischen Tier und Mensch aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedenen Variationen darzustellen. Ein komplex geschichtetes Konstrukt von Unterthemen wird in einen experimentellen Design-Rahmen gestellt, der den Inhalt für sich selbst sprechen lässt. Im Vordergrund von «Hox» stehen: der Prozess des Veröffentlichens, der Prozess des Gestaltens, der Prozess des Verstehens. Die erste Ausgabe des Magazins beinhaltet 26 Beiträge auf 100 Seiten. Zu den Beitragenden gehören Alexander Tuchacek, Anke Hoffmann, Badel/Sarbach, Chloé Braunschweiger, Cilian Woyd, Claude Bühler, Dario Forlin, David Benedikt Wirth, Domingo Chaves, Felix Stöckle, Fridolin Schoch, Horst Niklaus Günther, Jana Siegmund, Jessica Jurassica, Laura Curatolo, Lena Seefried, Lika Nüssli, Lucas Manser, Lydia Perrot, Marcel Hörler, Neele Remmers, Pedro Lenz, Sander Salkunić, Sandra Keller, Sandra Pfeiffer, Sophie Benvenuti, Tyrone Schorrer, Valérie Hug und Zoe Marquedant. Einzelne Beiträge wurden Release des Magazins im Herbst 2020 in einen performativen Rahmen transformiert und dem Publikum präsentiert. «Hox» entstand in Zusammenarbeit zwischen Jakob Lienhard, Valérie Hug und Marcel Hörler.

Photo: Mischa Schlegel

Photo: Mischa Schlegel

Photo: Mischa Schlegel

Studio Huette. Photo: Mischa Schlegel

Jessica Jurassica, Claude Bühler, Im Zeichen des Hahns, 2020. Photo: Mischa Schlegel

Laura Lunatic. Photo: Mischa Schlegel

VEE

Seit jeher gehören Verwandlungen zu den kulturellen Praktiken, die faszinieren und zugleich verstören. Ein Lebewesen, das plötzlich innehält, sich scheinbar selbst zerstört und als vollkommen neues Geschöpf aufersteht. Von den privilegierten Gottheiten der vorchristlich polytheistischen Religionen über phantastische Mischwesen – halb Mensch, halb Tier – aus Sagen, Märchen und Fantasy bis hin zu komplexen Verwandlungsbildern und -geschichten in der Literatur, die Beziehung zwischen Menschen und Tieren ist ein oft behandeltes Thema. Im Zuge der jüngsten technologischen und medizinischen Fortschritte, die es erlauben, Körper nach Belieben zu verändern, Organe zwischen Menschen und Tieren auszutauschen oder menschliche Zellen in Tieren zu züchten, erhalten Fragen über eine gemeinsame Zukunft von Menschen und Tieren eine neue Dringlichkeit. Für die Ausstellung «Vee» (23.05. – 03.10.2020) und vor dem konkreten Hintergrund des Landwirtschaftsbetriebs Hof Blum nahmen Badel/Sarbach, Benjamin Egger, Ernestyna Orlowska, Fridolin Schoch, Ina Weise und Patrick Ostrowsky installative, skulpturale und performative Eingriffe vor.  Performances, Screenings und Shows von Daniela Ehrsam, Ivy Monteiro, Maya Rochat und Soya The Cow begleiteten die Vernissage und die Finissage. «Gemeinschaft», «Körper» und «Transformation» gehörten zu den thematischen Schwerpunkten der Ausstellung. Ausserdem wurde die Ausstellung durch Hofgespräche mit den Gästen Antoine F. Goetschel, Viviane Ehrensberger, Jacques Fuchs, Hans Preisig und Michael Kortenbusch sowie Mimikry-Workshops (Konzept: Julia Wäckerlin und Pia Schwarz) erweitert. «Vee» entstand in Zusammenarbeit zwischen Jakob Lienhard, Valérie Hug, Marcel Hörler und Martin Blum.

Vernissage. Photo: Stefan Tschumi

Patrick Ostrowsky, FIRE SIGHT, 2020. Photo: Stefan Tschumi

Daniela Ehrsam, Aerial Hoop Show. Photo: Stefan Tschumi

Soya The Cow, My joy, my choice, my juices, 2020. Photo: Stefan Tschumi

Benjamin Egger, my body is because of dogs, 2020. Photo: Benjamin Egger

Badel/Sarbach, Hotties in the Neighborhood, 2020. Photo: Mischa Schlegel

Ernestyna Orlowska, I’ve Been Feeling It Too (Chicken Farm Version), 2020. Photo: Stefan Tschumi

Ernestyna Orlowska, Nursing Tops & Mum Utility Pants, 2020. Photo: Mischa Schlegel
Fridolin Schoch, Knot Gathering, 2020. Photo: Stefan Tschumi

Ina Weise, 0,000005483149859%, 2020. Photo: Mischa Schlegel

Ivy Monteiro, Tituba.2Point.OH!, 2020. Photo: Mischa Schlegel

Plateaux Festival

Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr nur eine Frage ökologischer Umstände wie Klimawandel, geografischer Besonderheiten oder Agrartechnologien, sondern eine Frage von Produktion und Konsum. Das «Plateaux Festival» lud zwischen dem 20. April und 7. September 2019 Künstler*innen ein, um im Rahmen des Landwirtschaftsbetrieb Froh Ussicht unter dem Titel «Werte schaffen» Fragen und Lösungen der Nachhaltigkeit zu behandeln. Ausserdem wurden Gäste eingeladen, die mit einer Carte Blanche die Thematik des Festivals aufgriffen und Unerwartetes über kuratierte Performances, Filmabende, Installationen und Aktionen in das Festival einfliessen liessen. Das Festival wurde, nach Einladung durch Martin Blum, in Kollaboration zwischen Marcel Hörler und Mateo Chacon-Pino konzipiert. Gestaltung und Programmierung: Lydia Perrot und Lisa Li. Das Kunstvermittlungsangebot wurde von Seline Fülscher konzipiert. Mit künstlerischen Beiträgen von Artist Organizations International, Aurélie Strumans, Carina Erdmann & Anna Kindermann, Johanna Bruckner, Johanna Kotlaris, Martina Mächler, Matthew C. Wilson, Nino Baumgartner, San Keller, Simon Würsten Marin, Thomas Geiger und Yael Wicki. Zu den Gästen zählten Bergkrautsyndikat, Kunsthaus Aussersihl, Kunst Du, Wagner & Friends mit Carlos Fernández und Violeta Burckhard Razeto.

Johanna Kotlaris, Economies, 2019. Photo: Samirah Hohl

Song Book, San Keller, 2019. Photo: Alicia Olmos Ochoa

Aurélie Strumans, Green verticality to a red fiction, 2019. Photo: Alicia Olmos Ochoa

Nino Baumgartner, Shortcut, 2019. Photo: Alicia Olmos Ochoa

Carlos Fernández, Do Some Agrofit, 2019. Photo: Juliette Chretien

Thomas Geiger, I Want To Become a Millionaire Talks, 2019. Photo: Sandino Scheidegger

Kunsthaus Aussersihl, Aktion 016: im Gjätt, 2019. Photo: Marcel Hörler

Johanna Bruckner, Körper ohne Währung, 2019. Photo: Samirah Hohl

Simon Würsten Marín, Wenn Kunst Landschaft gestaltet, 2019. Photo: Samirah Hohl

Dogo

Dogo ist eine Residenz, die sich der künstlerischen Entwicklung und der Vermittlung und Produktion von zeitgenössischer Kunst widmet. 2019 eröffnet und eingebettet im Rathaus für Kultur in Lichtensteig, bietet Dogo Künstler*innen die Möglichkeit sich professionell weiterzuentwickeln. Die künstlerischen Prozesse sowie die entstandenen Arbeiten sind im öffentlichen Onlinearchiv dokumentiert. Unter dem Jahr organisiert Dogo gemeinsam mit den Kunstschaffenden Veranstaltungen wie Gesprächsrunden oder experimentelle Vermittlungsformate. Ein weiterer Bestandteil von Dogo ist die Kunstvermittlung. Die Dogo Kunstschule veranstaltet vielfältige Workshops und Projekte. Das Jahr wird jeweils abgerundet durch die Dogo Totale, der Gruppenausstellung, welche die wichtigsten durch das Jahr entstandenen Arbeiten präsentiert. Dogo wurde von Hanes Sturzenegger, Julia Wäckerlin, Marcel Hörler, Maura Kressig und Sirkka Ammann initiiert.

Rathaus für Kultur. Photo: Hanes Sturzenegger

Rathaus für Kultur. Photo: Hanes Sturzenegger

Sonja Hornung, Sperre II, 2019. Photo: Hanes Sturzenegger

Photo: Hanes Sturzenegger

Patrick Ostrowsky, BURNING!, 2019. Photo: Hanes Sturzenegger

Weiter

Während die Touristin mit der Gondelbahn zum Gipfel fährt und ein Flüchtling seine Heimat verlässt, arbeitet der digitale Nomade irgendwo auf seinem Boot. Noch nie hat sich die Mobilität auf so mannigfaltige Art und Weise manifestiert wie heute. Die räumliche, soziale und virtuelle Mobilität ist längst zum Grundprinzip einer globalen und vernetzten Welt geworden. Wer mobil ist, ist empfänglich – offen für Neues, vielleicht Besseres. Ebenso fordert die Mobilität von den Menschen eine geistige und körperliche Beweglichkeit. Sie bricht auf der einen Seite soziale Strukturen auf und verstärkt auf der anderen Seite die Wahrnehmung bestehender, ungleicher Voraussetzungen. Der weitgefasste Begriff Mobilität stand im Blickpunkt von «Weiter». Im Rahmen von «Weiter» entwickelten Christian Eberhard, Collectif Chuglu, Damiano Curschellas, Gisa Frank, Lino Bally, Flurina Brügger, Iris Brodbeck, Marc Jenny, Matthias Rüegg und Robin Michel Werke en route. Dabei präsentieren sie vom 9. bis 23. September 2017 an drei unterschiedlichen Verkehrsknotenpunkten im unteren, im mittleren und im oberen Toggenburg ihre Werke. Die Ausstellung entstand als Koproduktion zwischen den Kunsthalle[n] Toggenburg und Arthur Junior.

Gisa Frank, Iifahre – Usfahre, 2017. Photo: Hanes Sturzenegger

Robin Michel, Ferrari, 2017. Photo: Hanes Sturzenegger

Flurina Brügger, Iris Brodbeck, Gesprächsteppich, 2017. Photo: Hanes Sturzenegger

Collectif Chuglu, Immense comme un detail, 2017. Photo: Hanes Sturzenegger

Matthias Rüegg, Please Wait Over There, 2017. Photo: Hanes Sturzenegger

Water Walling, Collectif Chuglu, 2017. Photo: Hanes Sturzenegger

Marc Jenny. Photo: Hanes Sturzenegger

Gisa Frank, Iifahre – Usfahre, 2017. Photo: Hanes Sturzenegger
Matthias Rüegg, Ignore, 2017. Photo: Matthias Rüegg
Matthias Rüegg, You're Completely Wrong, 2017. Photo: Matthias Rüegg
Christian Eberhard, 2017. Photo: Hanes Sturzenegger

Imagine Rhythm

«Imagine Rhythm» nutzte die Ausdruckskraft von Tanz und Film, um kulturelle und sprachliche Hindernisse zu überwinden. Eine Gruppe von Tänzer*innen aus Armenien, der Schweiz und Deutschland produzierte während zehn Tagen, zusammen mit der Choreograf*innen Melanie Alexander und Hayk Hobosyan, eine Tanzperformance und zeigte sie im August 2017 im öffentlichen Raum der Stadt Zürich. Durch einen selbstermächtigenden Ansatz konnten die Tänzer*innen ihre eigenen Bewegungsabläufe und Fähigkeiten einsetzen und in eine zeitgenössische Tanzperformance transfomieren. Die gesamte Aktivität wurde von Filmemacher*innen in Zusammenarbeit mit dem Dokumentarfilmer und Produzenten Seg Kirakossian vor Ort gedreht, um den Lernprozess zu dokumentieren. Das Projekt wurde auch entwickelt, um Wissen darüber zu vermitteln, wie soziale Initiativen umgesetzt werden können. Neben dem Tanzworkshop fand eine Gruppendiskussion statt, bei der die Probleme und Bedürfnisse gehörloser Menschen im Mittelpunkt standen, um das Bewusstsein für die Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern. Das Projekt wurde von Marcel Hörler und Seg Kirakossian in Zusammenarbeit zwischen Subkult und Doctor Cinema NGO entwickelt.

Photo: Stefan Tschumi

Photo: Seg Kirakossian

Photo: Stefan Tschumi

Photo: Stefan Tschumi

Performance. Photo: Stefan Tschumi

Photo: Stefan Tschumi

Shopping

Catherine Xu, Samuel Koch, Nina Emge, Lucie Biloshytskyy, James Stephen Wright, Domingo Chaves, Edmée Laurin, Fridolin Schoch und Martina Mächler erhielten am 9. Juli 2016 sechs orange Kuverts. Sechstausend Schweizer Franken, ausgehändigt in Tausendernoten – die wertvollste Banknote der Welt. Die Künstler*innen hatten die Aufgabe das ganze Geld an der Oberen Bahnhofstrasse, der Einkaufsmeile von Wil auszugeben. Aus den eingekauften Waren entstanden die Werke, die vom 30. Juli bis 13. August 2016 der Öffentlichkeit präsentiert wurden. «Shopping» behandelte ein Thema, das die Gesellschaft und die Kunstwelt seit je her bewegt. Wir wollen es, wir lieben es und wir tun es. Und das von jung bis alt. Ob bewusst, ökologisch oder verschwenderisch. Wir kaufen ein, wir wählen aus und Einkaufen soll Spass machen, oder etwa nicht?! Darum behandelte die Cross-Media-Kunstaktion das Konsumieren als Akt des Lebens und stellte Fragen. Fragen über die Ware Kunst, Fragen zur künstlerischen Arbeit, Fragen über Investment. Die künstlerischen Prozesse wurden dokumentiert und waren Teil der Ausstellung, die von Arthur Junior und der Stadt Wil initiiert wurde. Als Kooperationspartner beteiligte sich das Grafikstudio Badesaison.

Fridolin Schoch, Edmée Laurin, Fridolin Schoch, Limited Time Offer, 2016. Photo: Hanes Sturzenegger

Graphic Design, Badesaison, 2019. Photo: Hanes Sturzenegger

Lucie Biloshitskyy, papier. wert. papier, 2017. Photo: Lea Huser

James Stephen Wright, Argent, 2017. Photo: Lea Huser

Limited Time Offer, Domingo Chaves, Edmée Laurin, Fridolin Schoch, 2017. Photo: Hanes Sturzenegger

Catherine Xu, 2017. Photo: Hanes Sturzenegger

Martina Mächler, 100%@work / do what you love, 2016. Photo: Hanes Sturzenegger

Domingo Chaves, Edmée Laurin, Fridolin Schoch, Limited Time Offer, 2017. Photo: Hanes Sturzenegger

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