Arbeit

Enter the Crack

«Ich spüre den Riss. Ich blicke um mich, erkenne ihn wieder: in den Gesichtern, in die ich blicke, in den Geschichten, die wir uns erzählen, im Boden, auf dem ich gehe. Je länger ich diesen Riss betrachte, desto tiefer wird er.» Enter The Crack hatte zum Ziel, einen Ort anzueignen, der zugleich nah und fern erschien, um dominante Verhältnisse zu irritieren und einen Moment des Widerstands zu schaffen. Wegweisend für das Projekt war ein «Unbehagen, zwei verschiedenen Welten anzugehören, die schier unvereinbar weit auseinanderliegen und doch in allem, was man ist, koexistieren», von dem der Soziologe und Philosoph Didier Eribon in Rückkehr nach Reims spricht. Konkret verdichtete sich das Thema in der Frage, wie eine künstlerische Spurensuche zwischen biografischen Fragmenten, politischer Realität und ästhetischer Inszenierung Räume und Perspektiven öffnet. Im Rahmen dieser auf zwei Jahre angelegten künstlerischen Recherche entstanden verschiedene Arbeiten mit Kollaborateur*innen: darunter Silvester Firefly mit Nagi Gianni, Schattenlicht mit Wassili Widmer oder Bluse mit Laura Oertle und Marisa Sturzenegger-Mayer. Die bestehende Arbeit Private Garden von Roman Gysin wurde weiterentwickelt, und mit Susan Steiger entstanden Masken aus Leinenstoff, Wachs und Acryl mittels sorgfältigen Handwerks. Darüber hinaus flossen Objekte und deren Kontexte aus der Sammlung Collectio Magica et Occulta (CMO) der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden in das Projekt ein. Mit Die Haube hat sich die Recherche als Kurzfilm manifestiert, um weitergetragen zu werden.

Enter The Crack, CMO-103-D-0128 (ca. 1960), Baby Angel, 2026. Photo: Irem Güngez

Enter The Crack, Mindmap, Bibliothek Andreas Züst, 2023. Screenshot: Marcel Hörler

Enter The Crack, Nagi Gianni, Saturne Camus-Govoroff, 2025. Photo: Nagi Gianni

Enter The Crack, ZK/U, 2025. Photo: Elisa Georgi

Enter The Crack, Zeughaus Teufen (Safer Space Appenzellerland?), 2025. Photo: Lena Aurea Schneider

Enter The Crack, Gegenstände, Baby Angel, 2026. Photo: Irem Güngez

Enter The Crack, Gipsform (1964), Baby Angel, 2026. Photo: Irem Güngez